AmpliVet für Hund und Pferd: Elektrotherapie als Ergänzung der Behandlung

Neu in meiner Behandlung: AmpliVet für Hunde und Pferde

Nicht jede Problematik am Bewegungsapparat lässt sich allein durch eine einzelne Behandlungstechnik sinnvoll begleiten. Je nach Befund braucht es manuelle Therapie, gezielte Bewegung, passende Übungen und manchmal auch eine zusätzliche physikalische Unterstützung.

Deshalb arbeite ich ab sofort ergänzend mit dem AmpliVet synchro 3.0. Das Elektrotherapiegerät wurde speziell für die Anwendung am Tier entwickelt und kann sowohl bei Hunden als auch bei Pferden in den individuellen Behandlungsplan integriert werden.

Dabei geht es nicht darum, jede Behandlung automatisch durch Stromtherapie zu ergänzen. Der Einsatz richtet sich immer danach, was das Tier tatsächlich braucht, welche Strukturen betroffen sind und in welcher Phase sich eine Erkrankung oder Verletzung befindet.

Was ist AmpliVet?

AmpliVet ist ein Gerät zur Elektrotherapie. Es basiert auf der sogenannten amplimodularen Aktivierung. Dabei werden verschiedene Stromformen miteinander kombiniert, die unterschiedliche Gewebe und Funktionen ansprechen sollen.

Die mittelfrequente Trägerwelle soll auch tiefer liegende Gewebestrukturen erreichen. Eine niederfrequente Modulation wird unter anderem zur Beeinflussung schmerzleitender Nerven eingesetzt. Ergänzend kann eine Schwellenfrequenz gezielte Muskelkontraktionen auslösen. Auf diese Weise kann eine Behandlung sowohl auf schmerzhafte Bereiche als auch auf Muskulatur, Nerven und umliegendes Gewebe abgestimmt werden.

Für das Tier bedeutet das keine grobe oder schmerzhafte Stimulation. Die Intensität wird langsam und individuell angepasst. Je nach Programm ist lediglich ein leichtes Kribbeln wahrnehmbar oder es entstehen sichtbare, kontrollierte Muskelkontraktionen.

Warum ich das AmpliVet in meine Behandlung integriere

In der Physiotherapie und Osteopathie betrachte ich nie nur die Stelle, an der ein Hund oder Pferd gerade Beschwerden zeigt. Eine Gelenkerkrankung, eine Verletzung oder eine länger bestehende Schonhaltung beeinflusst häufig den gesamten Bewegungsablauf.

Ein Hund mit einem schmerzhaften Knie belastet beispielsweise nicht nur dieses Gelenk anders. Er verlagert sein Gewicht, verändert die Arbeit von Rücken und Hinterhand und verliert möglicherweise Muskulatur. Ähnlich ist es bei einem Pferd mit Rückenproblemen oder einer Sehnenverletzung: Andere Körperbereiche übernehmen zusätzliche Arbeit und können dadurch ebenfalls verspannen oder überlastet werden.

Das AmpliVet gibt mir die Möglichkeit, solche Behandlungsziele gezielt zu ergänzen. Dazu können beispielsweise die Entspannung überlasteter Muskulatur, die Aktivierung geschwächter Muskelgruppen oder die Unterstützung nach einer Verletzung gehören.

Das Gerät ersetzt dabei weder eine gründliche Befundung noch die manuelle Behandlung und auch kein sinnvolles Bewegungstraining. Es ist ein zusätzlicher Baustein innerhalb eines individuell zusammengestellten Therapiekonzeptes.

Bei welchen Beschwerden kann das AmpliVet eingesetzt werden?

Die möglichen Indikationen betreffen vor allem Erkrankungen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Ob eine Anwendung im konkreten Fall geeignet ist, wird jedoch immer individuell entschieden und bei tierärztlich zu behandelnden Erkrankungen mit der entsprechenden Diagnose und Therapie abgestimmt.

Gelenkerkrankungen und gelenknahe Schmerzen

Ein möglicher Anwendungsbereich sind artikuläre und periartikuläre Schmerzzustände – also Beschwerden, die direkt im Gelenk oder in den umliegenden Strukturen entstehen.

Beim Hund kann AmpliVet beispielsweise begleitend bei Arthrose sowie bei Hüft- oder Ellenbogengelenksdysplasie eingesetzt werden. Auch nach Operationen kann eine Anwendung im späteren Rehabilitationsverlauf sinnvoll sein, sofern die Wundheilung und die tierärztliche Freigabe dies zulassen.

Beim Pferd kommen unter anderem chronische Gelenkveränderungen wie Arthrose, Spat oder Schale als mögliche Indikationen infrage. Auch bei einer diagnostizierten Podotrochlose kann die Elektrotherapie Bestandteil eines umfassenderen Behandlungskonzeptes sein.

Verletzungsfolgen und Überlastungssyndrome

Auch nach Verletzungen oder bei wiederkehrender Überlastung kann AmpliVet ergänzend eingesetzt werden. Die Fachbroschüre nennt unter anderem Tendopathien, Ligamentschäden, Hämatome, Distorsionen, Kontusionen und Gelenkgallen als mögliche Indikationen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Erkrankungen oder Reizungen von Sehnen
  • Verletzungen von Bändern
  • Zerrungen und Verstauchungen
  • Prellungen
  • überlastungsbedingte Beschwerden
  • Folgen einer längeren Fehl- oder Schonbelastung

Entscheidend ist hierbei die jeweilige Phase der Verletzung. Eine frische, noch nicht diagnostizierte Verletzung gehört zunächst in tierärztliche Hände. Erst nach der Abklärung wird entschieden, welche physiktherapeutischen Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt sinnvoll sind.

Muskelverspannungen und schmerzhafte Schutzspannung

Schmerzen führen bei Tieren häufig zu einer reflektorischen Muskelanspannung. Die Muskulatur versucht, den betroffenen Bereich zu stabilisieren. Hält diese Schutzspannung jedoch länger an, kann daraus ein Kreislauf aus eingeschränkter Beweglichkeit, schlechterer Durchblutung und zusätzlichem Schmerz entstehen.

AmpliVet kann bei schmerzbedingten Muskelverspannungen eingesetzt werden, etwa im Bereich des Rückens, des Schultergürtels oder der Hinterhand. Beim Pferd können solche Spannungen beispielsweise infolge von Sattelproblemen, Fehlbelastungen oder Rückenbeschwerden auftreten. Beim Hund entstehen sie häufig als Begleiterscheinung von Arthrose, Gelenkerkrankungen oder nach Operationen.

Wirbelsäulenprobleme

Ein weiterer Einsatzbereich sind Beschwerden rund um die Wirbelsäule. Unter anderem: Spondylose, Bandscheibenprobleme, Kissing Spines.

Hierbei ist besonders wichtig, die Ursache der Beschwerden zu kennen. Eine Elektrotherapie „auf Verdacht“ ist nicht sinnvoll. Bei neurologischen Auffälligkeiten, starken Schmerzen, plötzlich auftretenden Lähmungserscheinungen oder einem möglichen Bandscheibenvorfall muss das Tier zunächst tierärztlich untersucht werden.

Muskelabbau und Rehabiliation

Nach einer Operation, einer Verletzung oder einer längeren Ruhigstellung verlieren viele Tiere sichtbar an Muskulatur. Besonders häufig betrifft das beim Hund die Hinterhand. Beim Pferd können längere Trainingspausen oder verletzungsbedingte Bewegungseinschränkungen ebenfalls deutliche muskuläre Defizite verursachen.

Durch geeignete Programme kann die Muskulatur gezielt aktiviert werden. Das ist vor allem dann interessant, wenn ein Tier eine bestimmte Muskelgruppe noch nicht ausreichend willkürlich einsetzt. Die Elektrotherapie kann das aktive Training jedoch nicht ersetzen. Sie schafft vielmehr eine zusätzliche Grundlage, auf der später mit passenden Übungen und kontrollierter Bewegung aufgebaut werden kann.

Neurologische Erkrankungen und Paresen

Auch bei ausgewählten neurologischen Problemen kann AmpliVet zum Einsatz kommen. Dazu gehören laut Hersteller unter anderem Paresen, Nervenläsionen, Radialislähmungen sowie Einschränkungen nach einem Bandscheibenvorfall oder bei einem Cauda-equina-Syndrom.

Bei solchen Erkrankungen steht zunächst immer die tierärztliche beziehungsweise neurologische Diagnostik im Vordergrund. Erst anschließend kann entschieden werden, ob Elektrotherapie den Rehabilitationsprozess unterstützen kann. Mögliche Behandlungsziele sind dann beispielsweise die Aktivierung geschwächter Muskulatur und die Unterstützung neuromuskulärer Abläufe.

Myopathien und weitere Beschwerden

Myopathien wie das Tying-Up-Syndrom bzw. der Kreuzverschlag, Neuralgien, Neuropathien, Lymphödeme und ausgewählte Wundheilungsstörungen sind weitere mögliche Anwendungsgebiete.

Achtung: Bei einem akuten Kreuzverschlag, frischen Wunden, starken Schwellungen oder ungeklärten neurologischen Symptomen ist jedoch keine eigenständige physiotherapeutische Behandlung angezeigt. Auch hier muss zuerst die Ursache tierärztlich abgeklärt und der geeignete Behandlungszeitpunkt festgelegt werden.

AmpliVet beim Hund

Beim Hund kann ich AmpliVet unter anderem in der orthopädischen Rehabilitation einsetzen. Typische Beispiele sind Hunde mit Arthrose, Hüft- oder Ellenbogendysplasie, muskulären Defiziten nach einer Operation oder einer länger bestehenden Schonhaltung.

Auch nach Kreuzbandoperationen, Bandscheibenerkrankungen oder anderen Eingriffen kann die Elektrotherapie ein sinnvoller Bestandteil der Rehabilitation sein. Voraussetzung ist, dass die akute medizinische Versorgung abgeschlossen ist und die behandelnde Tierarztpraxis die physiotherapeutische Weiterbehandlung freigegeben hat.

Gerade ältere Hunde profitieren häufig davon, wenn nicht nur das erkrankte Gelenk betrachtet wird. Oft haben sie zusätzlich Muskulatur verloren, belasten ihre Gliedmaßen unterschiedlich und bewegen sich insgesamt vorsichtiger. Hier kann die Kombination aus manueller Therapie, Elektrotherapie und einfachen Übungen für zu Hause sinnvoll sein.

AmpliVet beim Pferd

Beim Pferd kann AmpliVet beispielsweise bei muskulären Rückenproblemen, chronischen Gelenkbeschwerden, Sehnen- und Bandproblemen oder nach verletzungsbedingten Trainingspausen eingesetzt werden.

Je nach Befund werden die Elektroden direkt im Bereich der betroffenen Strukturen oder entlang zusammenhängender Muskel- und Nervenverläufe positioniert.

Auch bei Kissing Spines kann die Elektrotherapie begleitend eingesetzt werden. Sie verändert jedoch nicht die knöchernen Abstände der Dornfortsätze. Das Ziel liegt vielmehr darin, umliegende Verspannungen zu reduzieren, die Muskelarbeit zu verbessern und das individuell abgestimmte Aufbautraining zu unterstützen.

Ist das AmpliVet für dein Tier geeignet?

Ein Hund hat nach einer Operation Muskulatur verloren, bewegt sich aufgrund einer Gelenkerkrankung anders oder benötigt Unterstützung beim Wiederaufbau? Dein Pferd zeigt wiederkehrende muskuläre Spannungen, befindet sich in der Rehabilitation oder hat eine diagnostizierte Erkrankung des Bewegungsapparates?

Dann können wir gemeinsam prüfen, ob AmpliVet als Ergänzung der Behandlung sinnvoll ist. Entscheidend sind immer die Diagnose, die aktuelle Belastbarkeit und das individuelle Therapieziel.

Melde dich gerne bei mir und schildere mir kurz, welche Beschwerden dein Hund oder Pferd zeigt. Anschließend besprechen wir, welcher Behandlungsweg zu euch passt.

FAQ

Was ist AmpliVet?

AmpliVet ist ein Elektrotherapiegerät für Tiere. Es kombiniert verschiedene Stromformen, um je nach Programm unter anderem Nerven, Muskulatur und Gewebe anzusprechen. Es kann in der Physiotherapie von Hunden und Pferden ergänzend eingesetzt werden.

Bei welchen Erkrankungen kann es angewendet werden?

Zu den möglichen Indikationen gehören Gelenkerkrankungen, Arthrose, Muskelverspannungen, Muskelabbau, ausgewählte Sehnen- und Bandverletzungen, Wirbelsäulenprobleme sowie bestimmte neurologische Erkrankungen. Ob eine Anwendung geeignet ist, hängt immer von der Diagnose und der jeweiligen Krankheitsphase ab.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Intensität wird langsam an das Tier angepasst. Je nach Programm kann ein leichtes Kribbeln oder eine sichtbare Muskelkontraktion entstehen. Die Behandlung sollte keine Schmerzen verursachen.

Kann das AmpliVet beim Muskelaufbau helfen?

AmpliVet kann geschwächte Muskulatur gezielt aktivieren und damit die Rehabilitation unterstützen. Für einen nachhaltigen Muskelaufbau bleiben jedoch kontrollierte Bewegung und individuell passende Übungen erforderlich.

Kann es bei Arthrosen eingesetzt werden?

Ja. Die Behandlung richtet sich unter anderem nach dem betroffenen Gelenk, dem Schmerzgeschehen und der Belastbarkeit des Tieres. Sie wird sinnvoll mit weiteren physiktherapeutischen Maßnahmen kombiniert.