Viele Hundebesitzer kennen das:
Der Hund steht nach dem Liegen nur zögerlich auf, wirkt steif, braucht ein paar Schritte, um „in Gang zu kommen“. Oft wird das als Alterserscheinung abgetan –doch ganz so einfach ist es nicht.
Steifheit nach Ruhephasen ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das unterschiedliche Ursachen haben kann.
Warum Hunde nach dem Liegen „steif“ wirken können
Während der Ruhephasen sinkt die Durchblutung der Muskulatur, Gelenkflüssigkeit verteilt sich weniger gleichmäßig und vorhandene Spannungen werden deutlicher spürbar. Besonders betroffen sind:
- Ältere Hunde
- Hunde nach Verletzungen oder OPs
- Hunde mit bekannten Gelenks- oder Rückenproblemen
Mögliche Ursachen
Steifheit kann u.a. entstehen durch:
- Muskuläre Verspannungen
- Eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit
- Arthrotische Veränderungen
- Kompensatorische Fehlbelastungen
- Fasziale Verklebungen
Wichtig: Nicht jeder „steife“ Hunde hat Arthrose!
Gerade funktionelle Einschränkungen werden häufig übersehen.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Ein genauer Blick ist sinnvoll, wenn:
- Das Problem regelmäßig auftritt
- Die Steifheit sich im Verlauf verschlechtert
- Der Hund (bestimmte) Bewegungen vermeidet
- Lahmheiten oder Schonhaltungen hinzukommen
- Verhaltensänderungen auftreten (Unlust, Rückzug, etc.)
Was kann Physiotherapie/ Osteopathie leisten?
In der Hundephysiotherapie und -osteopathie wird nicht nur das Symptom betrachtet, sondern der Hund als Ganzes.
Ziel ist es:
- Beweglichkeit zu verbessern
- Muskuläre Spannungen zu lösen
- Gelenke funktionell zu unterstützen
- Kompensationen frühzeitig zu erkennen
Je früher funktionelle Einschränkungen erkannt werden, desto besser lassen sich Folgeprobleme vermeiden.
Steifheit nach dem Aufstehen ist kein „normaler Zustand“, den man einfach hinnehmen sollte. Sie ist ein Hinweis des Körpers, genauer hinzuschauen. Eine frühzeitige therapeutische Begleitung kann entscheidend dazu beitragen, die Lebensqualität des Hundes langfristig zu erhalten.
